Naturforscher- und Burggeister -Kindergruppe entdecken die Vogelwelt am Hackerweiher

Der Hackerweiher ist ein Vogelparadies im Landkreis Deggendorf, an dem sich zahlreiche Vogelarten beobachten lassen. Er liegt am Ortsrand von Stauffendorf. In diesem Ort lebt Anita Halser. Sie lud am Freitag, 04.04., nachmittags, ihre „Burggeister“, eine Kindergruppe des Obst- und Gartenbauvereins Natternberg, zu einer Begegnung mit der Naturforscher-Kindergruppe des LBV Deggendorf unter der Leitung von Gabi Eisenreich und Angelika Schäfer ein. Simone Hofmann, die Tochter von Anita Halser, unterstützte sie tatkräftig.

Die „Burggeister“ feiern in diesem Jahr zwanzigjähriges Jubiläum; sie basteln am 26.04. in der Alten Schule in Rettenbach für den Muttertag und laden dazu herzlich ein.

Die LBV-Experten hatten zahlreiche Spektive am Ufer des Weihers aufgebaut. Begeistert beobachteten die Kinder Kohlmeisen, Blesshühner, Stockenten, zwei Haubentaucher bei der Balz. Löffelenten mit ihrem charakteristischen Schnabel zogen ihre Kreise.

Zu den Löffelenten gab es in einem Quiz Fragen zu beantworten.

Anschließend ging es am Weiher entlang auf eine Wanderung, um Vögeln bei ihren Unterhaltungen zuzuhören. „Wusstet ihr schon, dass Vögel sich der jeweiligen Gegend anpassen? Sie haben also wie wir Menschen einen Dialekt.“ erklärte Josef Baumgartner. „“Seid leise! Dann hört ihr den Zilp-Zalp. Er hat seinen Namen nach seinem Ruf erhalten.“ Die Kinder hörten interessiert einem Rotkehlchen beim Flöten zu, der Kleiber meldete sich, Buchfink und Stieglitz schlossen sich an.


Auch eine Mönchsgrasmücke war zu hören; sie ist erst seit einer Woche aus dem Süden zurück. „Und woher weißt du das alles?“ fragte ein skeptisches Kind. „Viel Geduld! Gute Ohren! Lange Erfahrung! Bekommt ihr auch, wenn ihr das öfter macht!“ war die Antwort des Experten.

Nach zwei Stunden intensiven Sammelns von Informationen und vielen Gegenständen aus der Natur kam die Stärkung mit je einem Schnittlauchbrot durch Anita Halser gerade recht. Als Erinnerung an die heutige Zusammenarbeit erhielten die Kindergruppen je einen Eulen-Anhänger; auch kostenloses Vogelfutter konnte mitgenommen werden.

Naturforscher-Kindergruppe des LBV Deggendorf schaut in die Sterne

Am Freitag, 21.03.2025, traf sich die Kindergruppe des LBV Deggendorf auf dem Pledlberg oberhalb von Winzer zu einem Blick in die Sterne in der dortigen Sternwarte. Von 15 bis 17 Uhr informierten Peter Stadler und Robert Geigenfeind vom Verein der „Volkssternwarte unterer Wald e. V.“ über den Unterschied zwischen Sternen und Planeten, die Milchstraße und den Andromedanebel und diverse Sternbilder. Besonders interessant war für die ca. 15 Kinder mit ihren Begleitpersonen, dass der Sternenhimmel im März auch ein Vogel-Sternbild aufweist, nämlich das des Raben.

Im Planetarium löste ein Blick vom Mond auf die Erde Staunen aus. Da ihre Atmosphäre nur aus einer dünnen Schicht von Sauerstoff und Stickstoff besteht, sind wir alle aufgefordert, uns für ihren Schutz auf allen uns nur möglichen Wegen einzusetzen.


Ein Haus für den Hausrotschwanz

Gemeinsames Projekt der Kindergruppe des LBV und der Auszubildenden der Deggendorfer Werkstätten

 

Im Rahmen eines inklusiven Projekts arbeiteten die lokale Kindergruppe des LBV und Auszubildende vom Berufsbildungsbereich der Deggendorfer Werkstätten gemeinsam daran, Halbhöhlen für den Hausrotschwanz, den „Vogel des Jahres 2025“, zu bauen. Doch der Bau der Nisthilfen ist erst der erste Schritt – nun suchen die Projektbeteiligten geeignete Standorte, um die Nistkästen im Lebensraum des Hausrotschwanzes zu installieren.

 

Der lebhafte Singvogel ist an seinem namensgebenden rostroten Schwanz zu erkennen, das restliche Gefieder ist eher dunkel. Obwohl er in vielen Teilen Deutschlands zu Hause ist, steht er durch den Verlust seines natürlichen Lebensraums und der Rückgang von Nistmöglichkeiten unter Druck. Als Insektenfresser ist er zudem vom Insektenrückgang in naturfernen Gärten und durch intensive Landwirtschaft betroffen. Außerdem gehört er zur Gruppe der Gebäudebrüter, die es an unseren modernen Gebäuden immer schwerer hat, Nistmöglichkeiten zu finden. Mit dem Bau der Nisthilfen möchten die Kinder und Auszubildenden aktiv zum Schutz des kleinen Vogels beitragen. „Es ist eine tolle Gelegenheit für die jungen Menschen, zu lernen, wie wichtig praktische Naturschutzmaßnahmen sind“, sagt Gruppenleiterin Gabi Eisenreich.


„Gemeinsam mit den Auszubildenden, die ihre handwerklichen Fähigkeiten einbringen, bauen wir Halbhöhlen, die dem Hausrotschwanz einen sicheren Brutplatz bieten sollen.“

 

Nachdem weitere 20 Nistkästen von der Lebenshilfe Deggendorf in den kommenden Wochen unter der fachkundigen Leitung von Dominik Härtl, Thomas Marxreiter und Markus Stecher fertiggestellt werden, steht bereits die Suche nach geeigneten Standorten auf den Grundstücken der Lebenshilfe auf dem Plan. „Es ist wichtig, dass die Nistkästen an Orten platziert werden, die den natürlichen Bedürfnissen des Hausrotschwanzes entsprechen“, erklärt Werkleiter Markus Haftner. „Ideal wäre ein Standort in 2 bis 3 Meter Höhe an Hauswänden, der für Katzen und Marder möglichst unzugänglich ist. Einen solchen Ort hat die Gruppe bereits auf dem Gelände der Deggendorfer Werkstätten gefunden.

Naturforscher-Kindergruppe auf Spurensuche im Schnee

 

„Wer Vögel liebt, zählt mit!“ Unter diesem Leitspruch stand eine Aktion des LBV am letzten Wochenende. Eine Stunde lang waren Wintervögel wie z. B. Amsel, Elster und Haussperling zu beobachten und zu zählen. Die Ergebnisse konnten auf einem Flyer eingetragen werden. Nach Einsendung winken attraktive Preise wie eine Reise in ein Vogelbeobachtungsgebiet in Deutschland.

 

An dieser Aktion nahm auch die Kindergruppe des LBV teil. Die ersten Spuren wurden im Schnee um das Imkerhaus entdeckt und als die Krallen einer Rabenkrähe eingeordnet. Für einen Spatz waren sie zu groß. Zu den Rabenvögeln zählt man Nebel- und Rabenkrähen, Kolkraben, Elstern, Saatkrähen, Dohlen, Tannenhäher und Eichelhäher. Sie sind unsere schlauen Nachbarn, weil sie ein hoch entwickeltes Familien- und Gesellschaftsleben haben, andere Vogelstimmen imitieren, sich im Spiegel erkennen und dem Blick von Artgenossen folgen. So schätzen sie ein, ob der andere etwas sieht, was sie selbst nicht sehen können. Das ist sehr hilfreich bei der Futtersuche. Rabenkrähen werfen z. B. Nüsse auf die Fahrbahn, um sie von den vorüberfahrenden Autos knacken zu lassen.

 


Alles in allem also ausgesprochen nützliche Tiere! Trotzdem ist ihr Ruf sehr widersprüchlich. Sie gelten einerseits als Symbole der Weisheit, andererseits als Todbringer und Unglücksbote. Ihre dunklen Federn, krächzenden Stimmen und ihr oft scharenweises Auftreten machen auch heute noch vielen Menschen Angst. Im Märchen „Die sieben Raben“ werden unfolgsame Kinder in Raben verwandelt; im Roman „Krabat“ sind Krähen Boten des Teufels, in Otfried Preußlers Roman „Die kleine Hexe“ dagegen ist Abraxas, ein Kolkrabe, ihr Begleiter, weise und rät ihr, Gutes zu tun. Anfangs hat sie dabei wenig Erfolg, weil sie ihre Zaubersprüche noch üben muss. Die Naturforscher-Kindergruppe übte auch mit großem Vergnügen, welcher Zauberspruch der kleinen Hexe dabei hilft, dass man nicht so friert. Warme Kleidung und viel Tee stellten sich dabei erfolgreicher als Zaubersprüche heraus.

 

Rabenvögel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt; im Gespräch darüber, was für sie getan werden kann, standen für die Kinder eine vielfältige und naturnahe Gestaltung ihrer Gärten im Vordergrund.