Seit sie denken kann, lebt sie bei und mit den Schwalben.
Frau Kröll aus Ruckasing (Stadt Osterhofen) beherbergt an ihrem Nebengebäude auf der alten Hofstelle ca. 30 Brutpaare Mehlschwalben.
Den Hof hat Frau Kröll von ihrem Vater übernommen, und der wiederum von seinem. Schon von weitem ist zu sehen, dass da mächtig was los ist in der Luft rund um den Hof! Davon ließ sich Barbara
Leon von der KG des LBV Deggendorf nur zu gern beeindrucken, als sie dorthin unterwegs war, um der Besitzerin Urkunde und Plakette des LBV für ihr Schwalbenfreundliches Haus zu überreichen.
Frau Kröll freut sich, dass ihre Schwalbenpopulation schon fast wieder vollzählig ist. Ganz verschmerzt sind die Verluste, die ihre Kolonie im Herbst 2024 während einer kalten Dauerregenperiode
erlitten hat, allerdings nicht. Damals zählte sie um die 30 Totfunde, da die Tiere, die sich ausschließlich von Fluginsekten ernähren und bereits kurz vor dem Abflug in den Süden standen, keine
Nahrung mehr fanden und vor Hunger und Erschöpfung starben. Spät erst kehrten die Überlebenden in 2025 zurück, so dass es dann auch nur für eine Jahresbrut reichte statt für die üblichen zwei.
Auch heuer war die Ankunft wieder recht spät; die erste Brut sitzt noch in den Nestern, und es steht zu befürchten, dass auch diesmal die Zeit für ein zweites Mal Nachwuchs nicht reichen wird.
Und leider sind die Bedingungen auch heuer für Schwalben alles andere als optimal.
Bereits im Mai, nach der Frühjahrs-Vogelzählung hatte der LBV gemeldet, dass die Anzahl der beobachteten Mehlschwalben und Mauersegler (beide Arten leben von Fluginsekten) abgenommen habe.
Nun hat vielerorts die starke Hitze den Nestlingen arg zugesetzt und sie aus ihren Nestern vertrieben, sie zu Boden fallen lassen. Die Notfallstationen für Vögel platzen derzeit aus allen Nähten;
es gibt sogar Aufnahmestopps.
Leider hat auch Frau Kröll zwei Brutpaare samt Nachwuchs verloren.
Ein kleiner Trost ist es für sie, dass erstmals Rauchschwalben den Weg in das nicht mehr genutzte Stallgebäude gefunden haben.