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12.6. Naturforscher-Kindergruppe des LBV besucht vogelfreundlichen Garten in Stephansposching
Pflanzen - füttern - schützen
Forts. Der Eisvogel besiedelt u. a. weite Teile Europas und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Seine Nahrung
sind z. B. Wasserinsekten und Kleinkrebse. Er brütet an Steilwänden aus Lehm oder festem Sand in Nisthöhlen, die im Inneren vierzig bis achtzig cm lang sind. Nach einer Brutzeit von 19 bis 21
Tagen fliegen die Jungen Ende Mai bis Mitte Juni aus; im Juni und Juli ist eine zweite Brut möglich. Der Eisvogel gilt in Europa als dezimiert und wird streng geschützt. Das LBV-Logo in Bayern
zeigt einen Eisvogel mit ausgebreiteten Schwingen.
Auf dem Weg zur Donau entdeckten die Kinder achtunddreißig Weinbergschnecken; sie hatten im vogelfreundlichen Garten zu zählen angefangen.
Weinbergschnecken sind gehäusetragende Landschnecken und lieben die Wärme; sie sind standorttreu und sehr anpassungsfähig und leben gerne auf kalkreichen, nicht zu
trockenen Böden. Mit ihrer Raspelzunge, Radula, die über 40.000 Zähnchen verfügt, weiden sie welke Pflanzenteile und Algenbewüchse ab. Mut bewiesen zwei Mitglieder der Gruppe, als sie sich eine
Schnecke auf den Handrücken setzen ließen und Bekanntschaft mit ihrer Raspelzunge machten. Was tut man nicht alles für die Forschung!
In Gerhards und Evis Garten zeigte sich auf einer Blüte auch ein Exemplar der veränderlichen Krabbenspinne, der Spinne des Jahres 2006. Sie sitzt lauernd an
sonnigen Standorten und passt dabei ihre Farbe dem Untergrund an. Ein Netz baut sie nicht, sondern fängt ihre Beute, Insekten, mit den Vorderbeinen aus dem Hinterhalt. Der Forscherdrang ließ es
nicht zu, sich evtl. vor Spinnen zu ekeln.
Die Vielfalt der Flora und Fauna zeichnet einen vogelfreundlichen Garten aus, wie die Naturforscher-Kindergruppe wieder feststellen konnte. Er ist naturnah
gestaltet; heimische Pflanzen, die über das Jahr mit Blüten, Früchten und Samen Vögel anlocken, sind zentral. Strukturen wie Hecken, Sträucher und Bäume bieten Unterschlupf, Deckung, Nahrung und
Nistmöglichkeiten.
Blüten und Früchte aus dem Garten des Ehepaars Wilfling stellten auch die Grundlage für eine selbst gebraute Kräuterlimonade dar, die nach einem erlebnisreichen
Nachmittag besonders gut schmeckte. Aus einem reichhaltigen Angebot an formreichen Donausteinen nahmen sich die Kinder ein Exemplar für den heimischen Garten mit.
8.5.2026 Naturforscher am Lehrbienenstand des Deggendorfer Imkervereins
Summ summ summ Bienchen summ herum
Forts. Sehr schön waren die Merkmale eines Insekts zu sehen, der dreigeteilte Körper, sechs Beine, die Flügel, Facettenaugen, die Fühler und ein Außenskelett.
Eine Biene vorsichtig in die Hand zu nehmen ist ein besonderes Erlebnis.
An einer Schauwabe bewunderten die Kinder, mit wieviel Fleiß und wie unermüdlich die Bienen in kurzer Zeit Honig produzieren. Aus den sechseckigen Zellen
eines anderen Wabengebildes schlüpfte im Sekundentakt Biene um Biene. Der Höhepunkt war natürlich, vorsichtig den Finger in eine mit Honig gefüllte Zelle zu bohren und anschließend mit
Genuss abzuschlecken. In verschiedenen Gläsern zeigte Richard Geck, was uns Bienen außer Honig geben. Blütenpollen sind die Eiweißquelle des Bienenvolkes. Sie sind auch für den Menschen sehr
wertvoll, plagen allerdings besonders im Frühjahr die Allergiker. Aus körpereigenem Wachs erzeugen Bienen den Wabenbau. Das Kittharz, Propolis genannt, mit dem die Bienen ihre Behausungen
abdichten, besteht u. a. aus pharmakologisch wirksamen Stoffen von Pflanzenknospen. Seine Wirksamkeit für den Menschen ist besonders in der Zahnpflege, bei Hautleiden und HNO-Beschwerden bekannt.
Als das Glas mit Propolis herumgegeben wurde und die Kinder am Inhalt rochen, fanden sie allerdings, dass er stinkt.
Honig schmeckt immer anders, je nachdem, von welcher Blüte die Bienen genascht haben. Daher ist ein bienenfreundlicher Garten durch vielfältige Blühpflanzen und
heimische Pflanzenarten gekennzeichnet; er sollte unaufgeräumte Ecken und Nistmöglichkeiten für Wildbienen enthalten. Pestizide und chemischer Dünger sollten nicht verwendet werden, da sie auch
den Vögeln schaden.
Bienen kann man z. B. helfen, indem man Blühwiesen statt Zierrasen anlegt, blühende Kräuter in Beeten pflanzt und flache Schalen mit Wasser und kleinen Steinen
aufstellt. Davon profitieren auch die Vögel. Insekten sind Nahrung für Jungvögel; Samen und Früchte von heimischen Pflanzen sind auch wichtig für Körnerfresser. Daher ist ein bienen- bzw.
insektenfreundlicher Garten auch vogelfreundlich.
Richard Geck faszinierte seine Zuhörerschaft mit anschaulichen Schilderungen; er betreibt die Imkerei seit 1988. Als junger Mann lernte er einen Imker kennen, der
ihn mit seiner Begeisterung für dessen Arbeit mit den Bienen ansteckte und anlernte. Diese Begeisterung übertrug Richard Geck auf sein junges Publikum und warb für den Besuch des Lehrbienenstands
an Sonntagen, wenn Honig verkauft wird. Zur Freude der Kinder hatte der Imker auch „Steckerlhonig“ dabei, der zum Abschluss des Maitreffens hervorragend mundete.
17.4.2026 Pflanzaktion der LBV Kindergruppe mit der Stadtgärtnerei Deggendorf
Ein Apfelbaum sucht Gesellschaft
Der Apfelbaum stammt aus der Familie der Rosengewächse und trägt den botanischen Namen malus domestica. Er wird höchstens zehn Meter hoch und blüht im Mai; erste
Ansätze von Knospen sind bereits leicht rötlich im April zu entdecken. Seine Frucht gehört zum Kernobst und ist reich an Ballaststoffen und Vitaminen. Nicht umsonst heißt es: „Ein Apfel am Tag
hält den Arzt fern.“ Außerdem steht der Apfel für Liebe und Verführung und auch für Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit.
Im Rahmen eines Projekts zu Streuobstwiesen im Raum Deggendorf erhielt die Naturforscher-Kindergruppe des LBV bei ihrem Apriltreffen die Gelegenheit, auf dem
Dorfanger in Niederkandelbach einen Apfelbaum zu pflanzen. Der Kontakt zur Projektleiterin vom Stadtplanungsamt, Stefanie Arneth, besteht bereits seit einem Jahr; sie schlug in Absprache mit dem
Stadtgärtner Robert Schneider den Pflanzort vor; die Kindergruppe bedankt sich herzlich für die Spende eines Apfelbaums von der Sorte Malus ´Baya Marisa`.
Die Streuobstwiese in Niederkandelbach besteht bereits seit ca. zwanzig Jahren. Sie liegt neben einem großen dreiteiligen Spielplatz in Form eines Drachens mit
diversen Spielgeräten sowie Objekten, die auf dieses Thema hinweisen (eine Figur erinnert an den Drachen Tabaluga aus dem gleichnamigen Musical von Peter Maffay).
Mit großem Eifer hoben zehn hochmotivierte Kinder in der Mitte von Spielplatz und Streuobstwiese das Pflanzloch aus, setzten den Sprössling ein (ein Korb gegen
Wühlmäuse war wegen des großen Publikumsverkehrs nicht nötig), traten die Erde gut fest, schlugen unter Aufbietung aller Kräfte einen großen Holzpflock zur Stütze neben dem Stamm ein (der Hammer
war größer als manches Kind) und bepinselten den Stamm mit weißem Kalk zum Schutz gegen die große Sommerhitze. Für kurze Zeit war jedes Spielgerät uninteresssant, die immer wieder angebotene
Hilfe des Gärtners nahmen die Kinder nur manchmal widerstrebend an.
Robert Schneider ging wunderbar auf die Kinder ein und unterhielt sie zum Beispiel damit, dass er den Kalk als „Sonnencreme für den Baum“ bezeichnete. Es war gar
nicht so leicht, den Kalk mit einem großen Pinsel auf dem Stamm und nicht auf der Kleidung zu verteilen. Er lässt sich nämlich nicht abwaschen.
Nach dieser anstrengenden Dreiviertelstunde war der von Frau Arneth und Herrn Schneider gespendete Apfelsaft hochwillkommen; er stammte von der Vermostung des
Streuobstes von der Niederkandelbacher Wiese.
Genügend gestärkt erkundeten die Kinder noch die Geheimnisse der Streuobstwiese anhand eines Wiesenwunderkörbchens, das u. a. Blüten, Äste, Apfelbutzen, die
Holzfigur einer Schnecke und einer Bachstelze enthielt, aber auch weggeworfenes Bonbonpapier. Die Bachstelze lebt an Bächen wie dem Kandelbach, der an der Streuobstwiese und dem Spielplatz
vorbeifließt. Aber sie baut ihr Nest auch gerne in ausreichend dichtem Gebüsch in der Nähe von Häusern und ist an ihrem charakteristischen“dschiwid“ zu erkennen.
Die Farbenpracht des Frühlings setzten die Kinder abschließend noch auf einer Farbpalettte um, die den „Malkasten der Natur“ abbildete.
Die Gruppenleiterinnen Gabi Eisenreich und Angelika Schäfer haben sich sehr über das Lob des Stadtgärtners Robert Schneider gefreut, dem der große Einsatz der
Kinder und ihre hohe Konzentration aufgefallen sind.
Bericht und Fotos: Angelika Schäfer
Naturforscher und
Burggeister erforschen Vogelparadies bei Deggendorf
Gemeinsame Aktion der beiden Kindergruppen am Hackerweiher im Monat März
Der Hackerweiher ist ein Vogelparadies am Ortsrand von Stauffendorf bei Deggendorf. Seine zahlreichen Vogelarten beobachteten vor kurzem die Natternberger
„Burggeister“, die Kindergruppe des Obst- und Gartenbauvereins Natternberg, und die „Naturforscher“-Kindergruppe des LBV. Die Gruppenleiterinnen Anita Halser und ihre Tochter Simone Hofmann vom
OGV Natternberg sowie Gabi Eisenreich und Angelika Schäfer von der LBV-Kindergruppe freuten sich über die Kinder mit ihren Eltern, die sich trotz zahlreicher anderer Angebote Zeit für eine
Beobachtung von Wasservögeln genommen hatten.
Zwei LBV-Experten hatten ihre Spektive am Ufer des Weihers aufgebaut und zeigten den aufmerksamen Kindern Kohlmeisen, Blesshühner, Stockenten, zwei Haubentaucher
bei der Balz. Löffelenten mit ihrem charakteristischen Schnabel zogen ihre Kreise. Die Kinder verglichen die unterschiedlichen Bewegungen der Vögel wie Schwimmen, Tauchen, Fliegen, Landen, am
Ufer Laufen und ordneten diese auf ausgelegten Bildkarten ein.
Anschließend galt es, entlang des Seeufers Material zu suchen, das Wasservögel z. B. zum Nestbau nutzen, und daraus ein Kunstwerk zu legen. Das war gar nicht so
einfach, da ein stetig wehender Wind immer wieder in die Bemühungen der Kinder eingriff.
Den Zusammenhang zwischen Schnabel und Nahrung verstanden die Mitglieder der zwei Gruppen anhand von Bildkarten und einem Nussknacker. Die Kraft, die wir brauchen,
um Nüsse zu knacken, brauchen Vögel, die dieses Futterangebot nutzen, in ihrem Schnabel.
Vögel zu beobachten verlangte von „Burggeistern“ und „Naturforschern“ leise zu sein, nur mit Fernglas und Kamera zu arbeiten, also Abstand zu halten, Tiere nicht zu
füttern, da ihnen Brot und menschliches Essen schaden und Müll wieder mitzunehmen. Am Wasser sollten immer Erwachsene dabei sein und auf die Sicherheit der Kinder achten.
Großen Spaß machte ein letztes Spiel, ein Staffellauf, bei dem um die Wette Entenwatscheln und Flügelbewegungen nachzuahmen waren.
Nach zwei Stunden intensiver Naturbeobachtungen verabschiedeten die Gruppenleiterinnen die Kinder mit einem Wasservogelposter für zuhause.
Die nächste Veranstaltung für die LBV-Kindergruppe findet am Dorfanger in Niederkandelbach statt; am 17.04., von 15 bis 17 Uhr, geht es um die
Geheimnisse einer Streuobstwiese.
Faszinierende Einblicke in
die Mikrowelt
Kleine
Naturforscher auf Entdeckungsreise
Im Februar traf sich die Naturforscher-Kindergruppe des LBV zu einem interessanten Vortrag an der Technischen Hochschule Deggendorf mit dem ehemaligen Professor
Robert Geigenfeind. Er begeisterte mit Einblicken in die Mikrowelt.
Besonders spannend waren die nahen Ansichten von Insekten: Die Beißwerkzeuge einer Zecke, die unter dem Elektronenmikroskop zigfach vergrößert und viel
detaillierter zu sehen waren, erschreckten und erstaunten das Publikum. Aber auch Pollen, Blätter verschiedener Pflanzen, Bakterien, Blut, Koffein und Salz zeigten ihre Struktur.
Ein besonderes Highlight war die Vogelfeder, die er extra für die Kindergruppe präpariert hatte. Die Kinder konnten die Feder direkt am Elektronenmikroskop in
verschiedenen Größen betrachten und messen – eine spannende Erfahrung für alle, genauso wie der Blick ins Innere des Mikroskops mit all seinen Einzelheiten. Zwei der Kinder arbeiten selbst
zuhause mit ihrem Mikroskop.
Herr Geigenfeind erklärte, dass es mit Hilfe von Elektronenstrahlen auch möglich ist, die atomare Zusammensetzung der Materialien und biologische Proben zu
analysieren. Industriebetriebe setzen die Elektronenmikroskopie nicht nur für Forschung und Entwicklung, sondern auch für die Qualitätskontrolle z. B. zur Analyse von Schadstoffen und
Verunreinigungen in Produkten ein.
Mit Fernglas und Zählbogen für den Naturschutz:
NAJU-Kinder als Citizen Scientists bei der ‚Stunde der Wintervögel‘
Jedes Jahr im Januar laden Wissenschaftlerinnen und Naturschützer zur „Stunde der Wintervögel“ ein. Diese Mitmachaktion ist eines der bekanntesten und erfolgreichsten Beispiele für Citizen
Science im deutschsprachigen Raum. Citizen Science bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv an Forschungsprojekten mitwirken, Daten sammeln, beobachten und so die Wissenschaft unterstützen.
Ziel der Wintervogel-Aktion des LBV (Landesbund für Vogelschutz) ist es, ein flächendeckendes Bild der Vogelbestände in Siedlungsräumen zu erhalten. Die gesammelten Ergebnisse helfen
Naturschützerinnen und Naturschützern dabei, langfristige Trends zu erforschen. In der diesjährigen Zählung stehen besonders zwei Phänomene im Fokus der Forschung. Zum eine bleiben durch die
zunehmend milden Winter in Mitteleuropa Winterflüchter wie der Hausrotschwanz oder der Zilpzalp immer häufiger hier, statt in den Süden zu ziehen. Die Daten der Bürger helfen zu verstehen, wie
schnell diese Anpassung erfolgt. Zum anderen analysieren Forscher auch, ob typische Waldvögel wie die Blaumeise aufgrund von Nahrungsmangel im Wald verstärkt die Gärten der Menschen aufsuchen.
Fünf Kinder der NAJU unterstützten die diesjährige Aktion. Eine Stunde lang beobachteten sie mit Gabi Eisenreich und ihrem Team Vögel am Deggendorfer Kollbach und dokumentierten sorgfältig auf
einem Zählbogen vielerlei Wasservögel, darunter ein Graureiher, zahlreiche Krähen, Meisen, Amseln, einen Buntspecht, einen Buchfink, eine Misteldrossel und sogar eine Schwanzmeise. Besonders
aufregend war die Begegnung mit einem Bussard, der von Rabenkrähen in einer wilden Jagd verscheucht wurde. Lustige Spiele, ein Quiz und eine spannende Geschichte rundete das Treffen ab.
Die „Stunde der Wintervögel“ machte den Beteiligten nicht nur großen Spaß, sondern zeigt auch, wie vielfältig und lebendig die Natur direkt vor unserer Haustür ist. Man muss auch kein Biologe
sein - bereits Kinder können durch Citizen Science einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.