Vogelwelt und Vogelstimmen unserer Gärten und Auen 9. Mai - BERICHT

Forts. Exkursion mit Frater Ludwig zum linken Isar-Ufer

In der vom Menschen geformten Umgebung hatte es das Auge noch leicht, etliche der geläufigen Vogelarten zu entdecken. So waren am Siedlungsrand Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Türkentaube, Bachstelze, Kohlmeise und Rauchschwalbe leicht zu entdecken und zu unterscheiden. Schwieriger wurde es dann schon für das Gehör: Frater Ludwig erlauschte neben dem melodischen Gesang der Mönchsgrasmücke auch die gepresst und dunkler klingende Gartengrasmücke. Auch zu dem eigentümlichen Namen „Grasmücke“ hatte er eine Erklärung: das mittelhochdeutsche „smücken“ bedeutet schlüpfen oder sich schmiegen und verdeutlicht, dass die Art gern durchs Gras huscht. 

Vorbei an intensiv bewirtschafteten Äckern und Grünland führte Frater Ludwig die Gruppe Richtung Isar. Man bedauerte, dass auf dem Weg keine Feldlerchen (mehr) zu sehen oder zu hören waren, aber einen gewissen Ausgleich bot dann der Anblick des seltenen Schwarzmilans, der seine Kreise zog. 

Durch den Auwald säumten mächtige Eichen den Weg der Gruppe und man vernahm die Rufe von Kleiber, Buchfink, Blaumeise, Singdrossel, Kuckuck, Stieglitz, Goldammer, des Zilpzalps und des seltenen Fitis. Auch hier sorgte der Frater für Klarheit: denn obwohl Zilpzalp und Fitis optisch kaum auseinander zu halten sind, unterscheiden sie sich deutlich im Gesang. Auch der Gelbspötter ertönte, und dieser Ruf war etlichen Teilnehmern neu. 

Am Altwasser war nicht viel los: ein paar Stockenten, ein Graureiher, zwischendurch immer wieder der Ruf der Graugänse, aber dann machte sich ein Drosselrohrsänger im Schilf bemerkbar; an der Isar dann ein Gänsesägerpaar, das sich auf einer Kiesbank ausruhte, weitere Stockenten sowie Schnatterenten. 

Schon fast wieder zurück am Ausgangspunkt, ließ der Anblick eines Rotmilans, der sich in weiten Kreisen mithilfe einer günstigen Thermik immer höher schraubte, die Herzen der Vogelfreunde höher schlagen. Wer es noch nicht wusste, lernte hier, dass ein sicheres Erkennungszeichen des Rotmilans sein gegabelter, tief eingekerbter Schwanz ist. 

Überhaupt war der Vormittag geprägt vom Dazulernen. In der Gruppe herrschte ein angeregter Austausch über Vögel und Pflanzen wie auch über hilfreiche Apps, die deren Bestimmung erleichtern, und so konnte an Ort und Stelle auch gleich Hilfestellung beim Einrichten der Apps gegeben werden. Noch dazu wurde es den Teilnehmern damit leichter gemacht, sich um ihre „Hausaufgabe“ zu kümmern, nämlich fleißig Vögel und Vogelrufe zu bestimmen und zu zählen und damit zur Stunde der Gartenvögel beizutragen, die am selben Wochenende stattfand. 

 

Vogelstimmen in den Isarauen 25. April - BERICHT

Forts. Exkursion mit Pfarrer Blömecke

Die untere Isar mit ihrer Mündung in die Donau fließt durch eine Auenlandschaft von mitteleuropäischer Bedeutung. Leider wurde dem Fluss durch seinen Ausbau im 19. Jhd. und den Hochwasserschutz im 20. Jhd. mit seinem Deichsystem viel von seiner Ursprünglichkeit und Gestaltungskraft genommen. 

In den vergangenen Jahren fand dann ein Umdenken statt: Herr Blömecke verwies auf die umfangreichen, vom Wasserwirtschaftsamt umgesetzten Renaturierungsmaßnahmen im Bereich der Isarauen mit ihren positiven Auswirkungen auf die Wasserwelt und den gesamten Lebensraum seit 2016.

Bei der Exkursion konnten sich die Teilnehmenden mit Begeisterung davon überzeugen, wie sehr auch die heimische Vogelwelt von den Maßnahmen profitiert. 

Begleitet vom dominierenden Gesang der Mönchsgrasmücke, ging es zunächst durch den Auenwald, wo sich nach- und durcheinander Buchfink, Zaunkönig, Mittelspecht, Amsel, Zilpzalp, Stieglitz, Blau- und Kohlmeise und etliche Arten mehr lautstark präsentierten. 

Vom Auwald gelangte die Gruppe ins Offenland und hinauf auf den Deich. 

Ein in den letzten Jahren sehr selten gewordener Gast im Landkreis ist die Wiesenweihe, und so freuten sich die Teilnehmenden ganz besonders darüber, dass sie mit den Ferngläsern über lange Zeit ein weite Kreise zeichnendes Weibchen verfolgen konnten. 

Auch Rohrweihe, Mäusebussard und Rotmilan zeigten sich am Himmel, während der seit Jahren im Gebiet heimische, aber (bisher) nicht brütende Seeadler in aller Ruhe auf seinem Baum ausharrte und damit ein wunderbares Beobachtungsobjekt abgab. 

In einer der Verlandungszonen, im sumpfigen Bereich, stocherten Grünschenkel, Bruchwasserläufer und etliche Flussregenpfeifer nach Nahrung. Auch eine bei uns (noch) seltene Zwergscharbe aus der Familie der Kormorane, und eigentlich in Südost-Europa beheimatet, hielt sich dort auf. 

Im gegenüberliegenden Gewässer konnten Stockenten, Gänsesäger, Silber- und Graureiher beobachtet werden; aus dem davor liegenden Schilfgürtel erklangen die teils knackenden, teils quakenden Laute des Drosselrohrsängers und das Schwirren des Rohrschwirls.

Dem einzigartigen Gehör Pfarrer Blömeckes entgeht nichts. So unterbrach er seine Ausführungen vielfach, um seine Zuhörerschaft auf die gerade zu vernehmende Vogelstimme aufmerksam zu machen. Auch in der Beschreibung der einzelnen Rufe ist er ein wahrer Meister. 

Einzig das Blaukehlchen ließ sich weder hören noch sehen – zu gern hätte er es seiner Gruppe präsentiert. Andererseits kann man dadurch jetzt schon sicher sein, dass sich auch im nächsten Jahr wieder eine interessierte Schar von Vogelbegeisterten einfinden wird, um mit Pfarrer Blömecke die Isarauen zu erkunden und dann hoffentlich auch das Blaukehlchen zu erleben.

 

Offenberg / Niederwinkling 18. April - BERICHT

Forts. Exkursion zu den Wiesenbrütern

Fortsetzung:  Kiebitze suchen zur Eiablage hauptsächlich weite übersichtliche Flächen auf, häufig Äcker, auf denen Mais, Rüben oder Winterweizen angebaut wird. Maisfelder haben aber den Nachteil, dass sie extrem trocken sind. Nach etwa vier Wochen schlüpfen, wenn alles gut geht, bis zu vier Küken. Da diese von den Eltern nicht gefüttert werden, müssen sie von Anfang an ihre Nahrung selbst suchen.  Ihre Schnäbel sind noch kurz, so dass sie schlecht an Nahrung unter der Bodenoberfläche herankommen, vor allem, wenn der Boden ausgetrocknet ist. Ideal sind daher feuchte Flächen, die durch Trockenlegung leider fast verschwunden sind. Somit ist auch der Kiebitzbestand um 90 % eingebrochen. Auch Prädatoren wie zum Beispiel Fuchs oder Marder machen ihnen und anderen Wiesenbrütern das Leben schwer.

In der Langen Lüsse, einem Niedermoorbereich in der Gegend der Isarmündung, hat der LBV deswegen auf eigenen Flächen in Zusammenarbeit mit dem Kiebitzschutzprojekt und dem Landschaftspflegeverband Seigen anlegen lassen, so Robert Dörr. Für den Kiebitz wäre auch die Beweidung, etwa durch Rinder, eine große Hilfe. In dem Kot dieser Tiere würden die Wiesenbrüter viel Nahrung wie Käfer und Insekten finden. 

Für die Runstwiesen konnte Brigitte Reinhardt, Bund Naturschutz, von einem Silberstreif am Horizont berichten. Es gibt Pläne, das Naturschutzgebiet für Wiesenbrüter wie Brachvogel und Kiebitz zu verbessern. Große Flächen im FFH-Gebiet zwischen Neuhausen und Offenberg sind im Besitz des Landkreises. Vor Jahrzehnten wurden schon Seigen in diesem Gebiet angelegt. Nun sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Wasser in der Fläche zu halten. Die Sohle des Offenberger Mühlbaches soll angehoben und die Ufer abgeflacht werden, um Wasser im Erdreich zu halten. So soll der Grundwasserspiegel positiv beeinflusst werden. Auch bleibt der Boden länger feucht und die Küken der Bodenbrüter haben eine reelle Überlebenschance.
In der Gemeinde Niederwinkling konnte die Gruppe mehrere Brachvögel auf einer geschützten Fläche mittels Fernglas und Spektiv beobachten. Zu den Brachvögeln teilte Robert Dörr mit, dass es in Bayern nur noch etwa 500 Brutpaare gibt. 

Diese Vögel, die standorttreu sind, können bis zu 30 Jahre alt werden. Brachvogelgelege sind nur schwer auszumachen, da sie im hohen Gras liegen. Mit Hilfe einer Drohne samt Wärmebildkamera kann der LBV Gelege von Wiesenbrütern jetzt schneller erkennen und markieren.  Nur sechs Jungvögel von 13 Brachvogelbrutpaaren schafften es im letzten Jahr in den Gemeinden Offenberg und Niederwinkling, flügge zu werden. 

Von März bis Juli haben die ehrenamtlichen Helfer viel zu tun und fahren mehrfach in der Woche ihre Runden, um Gelege ausfindig zu machen. Um ihnen die Arbeit etwas zu erleichtern, wäre es eine Hilfe, wenn Passanten oder Anwohner Sichtungen dem LBV Deggendorf unter [email protected] mitteilen würden. 
Bericht: Gabi Scheungrab, LBV KG Deggendorf

Niederalteich, 11. April 2026 - BERICHT

Frühmorgens in den Donauauen

Vor kurzem fand bei optimalem Wetter, in Kooperation mit dem Naturpark Bayerischer Wald e. V.  und dem Bund Naturschutz, eine familienfreundliche Wanderung vom Kloster Niederalteich aus statt. Das verdiente LBV-Mitglied Frater Ludwig Schwingenschlögl zeigte sich einmal mehr als erfahrener Vogelkenner und führte eine Gruppe von sechzehn Leuten durch die Donauauen bis in das LBV-Gebiet der Gundelau. Bereits am Anfang der ca. dreistündigen Wanderung erfreute die Teilnehmenden der Gesang mehrerer Mönchgrasmücken; eine Amsel, Zilpzalp und Goldammer waren zu hören und zu sehen. An dieser Exkursion ist das Besondere, dass es entlang der Donau viele Wiesen- und Waldflächen gibt, die als Trittsteine und Rückzugsgebiete für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten dienen, die in ihrem Bestand gefährdet oder sehr gefährdet sind. Diese Bereiche werden in der mosaikartigen Acker- und Auenlandschaft immer wichtiger und wurden im Verlauf der Wanderung näher erläutert. Ein Highlight für alle Teilnehmenden stellte ein Blaukehlchenpaar mit singendem Männchen dar. Dank der Adleraugen des einen oder anderen Mitglieds dieser Wanderung konnte auf dem Kirchturm des Klosters ein männlicher Wanderfalke beobachtet werden. Da sich die Wandernden intensiv über ihre Erfahrungen und Beobachtungen austauschten, gelang es, über fünfundzwanzig Vogelarten zu bestimmen. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. 

Auf die nächste Tour darf man gespannt sein. Bereits in vierzehn Tagen, am 25.04.2026, wird Dekan Heinrich Blömecke zu den Vogelstimmen in den Isarauen führen.

 Bericht: Robert Dörr / Angelika Schäfer

Neuhausen, 18. April 9.30 Uhr: ANKÜNDIGUNG der Exkursion:

Biodiversität der Wiesenbrüter

Schon seit 2018 wird im Donautal unter der Leitung des LBV, Verband für Vogel- und Naturschutz e.V., auf ausgewählten Flächen die Entwicklung der Wiesenbrüter-Populationen durch einen Gebietsbetreuer untersucht. Es liegen bereits mehrjährige Bestandserhebungen vor, und der Erfolg der durchgeführten unterschiedlichen Schutzmaßnahmen wird von vielen ehrenamtlichen Personen während der Saison genau beobachtet. Für dieses Projekt ist insbesondere eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten und anderen Grundstückbesitzern erforderlich, und diese ist vor Ort auch sehr fruchtbar.

Robert Dörr kann als ehrenamtlicher Exkursionsleiter viele Fragen beantworten: Wie haben sich die Flächen im Laufe der Jahre v.a. für den Kiebitz, aber auch für weitere Wiesenbrüterarten, verändert? Welche Nistbedingungen brauchen Kiebitz und Co. eigentlich? Welche Aufzuchtbedingungen sind für die jungen Nestflüchter notwendig, und hat der Klimawandel eigentlich Einfluss auf den Artbestand wiesenbrütender Vögel? Welche Schutzmaßnahmen sind erfolgreich? U.v.m.

 

Exkursion Rainer Wald, 28. März 2026

Von Spechtbäumen und Käferholz

Fortsetzung: In einem Teil im Süden wird er aber, in einem Naturwaldreservat, tatsächlich schon völlig sich selbst überlassen.

Anliegen und Ziel des LBV auf den anderen Flächen ist eine behutsame Rücknahme bestimmter vom Menschen gemachter und für die Natur und die Artenvielfalt nachteiliger Entwicklungen: 

- Fichtenforste sollen nach und nach durch heimische Laubholzarten ersetzt werden.

- Die auch aus wirtschaftlichen Gründen gepflanzten Hybridpappeln werden großteils verschont, denn ihr Weichholz ist wichtig für Spechte.

- Kiefernvorkommen auf sandigen Böden werden gefördert.

- Eichen, denen man damals Fichten untergepflanzt hat (damit sie weniger Äste ausbilden und somit bessere Preise erzielen), werden freigestellt.

- Vor allem jene Flächen, auf denen der Borkenkäfer Fichten befallen hat, soll ein neuer, naturnaher Wald entstehen, auf dem z. B. die Stieleiche und andere Laubbaumarten wie Sommerlinden und Hainbuchen ihre Chance bekommen.

- Auch Sonderstrukturen wie Säume, kleine Offenlandbereiche und flache, temporäre Tümpel werden gezielt gefördert. 

 

Stierstorfer betont die Bedeutung von heimischen Baumarten: so ist z.B. die Stieleiche sehr trockenresistent und klimaresilient. Daher wird sie als Zielart im Rainer Wald besonders gefördert. Der Pflanzung von standortfremden Douglasien (von vielen Förstern aufgrund des Klimawandels favorisiert), die mit der Eiche konkurrieren, steht er kritisch gegenüber. Denn: man muss das große Ganze im Blick haben, und das heißt in diesem Fall: die Abhängigkeiten anerkennen, die sich für Pflanzen und Tiere ergeben, die ein und denselben Lebensraum teilen. Nicht Baum-ARTEN stehen dann im Fokus, sondern das gesamte Ökosystem Wald.

Umgestaltet wird der Wald allerdings nicht nur vom Menschen; gleich eingangs bekam die Teilnehmergruppe ein schönes und anschauliches Beispiel von natürlicher und sehr wünschenswerter Veränderung: Biber haben entlang der begangenen Strecke den Bach, der den Wald durchfließt, mit zwei Dämmen aufgestaut und damit für feuchte Flächen, kleine Tümpel und etliche abgestorbene Erlen und Eschen gesorgt. Damit entstehen offene Feuchtflächen mit lückigem Erlenbewuchs. 

 

Interessant fand die Gruppe den Hinweis, dass die Gräben im Winter nicht zufrieren, da sie grundwassergespeist sind. So findet der Zaunkönig (der kleine Kerl ist mit der viel größeren Wasseramsel verwandt!) dicht über dem Wasser jagend, hier seine bevorzugte Winternahrung, den Bachflohkrebs. Ebenso kann sich der Eisvogel auch noch bei strengem Frost am Bach bedienen.

Der Rainer Wald ist Standort von 6 Spechtarten: Bunt-, Mittel,-Klein,- Grün-, Grau- und Schwarzspecht. Der Tageszeit war es wohl geschuldet, dass sie nur vereinzelt zu hören waren. Der Mittelspecht ließ seinen Ruf vernehmen, das Klopfen des Buntspechts war unüberhörbar, und deutliche Spuren des Schwarzspechts fanden sich in dem vielen Totholz, das der Rainer Wald diesem scheuen Vogel zu bieten hat. Die Teilnehmenden erlebten eine spannende und sehr informationsreiche Führung.  
Bericht und Fotos: Barbara Leon

Schöllnach, Reindobl, 27. März 2026

Flächenpflege in der Naturoase Reindobl

 

 Die Beschreibung der Arbeiten von einer unserer Aktiven ist so „nah dran“ und so begeisternd, dass wir sie hier sehr gern wörtlich wiedergeben:


„Ich meine der Einsatz hat sich gelohnt! Die Sträucher am äußersten Streifen der Wiese sind durch liebevolle feinste Handarbeit von den Drähten befreit und zum uneingeschränkten Wachstum freigegeben. Die toll angefertigten Ansitzwarten haben wir gemeinsam schlagkräftig mit viel Herzblut für die schon „wartende“ Vogelwelt installiert. Ein kleiner Vogel – zu weit weg um ihn zu bestimmen – hat sie auch gleich getestet und sichtlich genossen, ein Rotmilan mit etwas Abstand seine Runde gedreht und vielleicht schon heute morgen eine erste Sitzung durchgeführt, wer weiß….

 

 

Die Graswiese zwischen den noch kleineren eingezäunten Sträuchern haben wir von Hand mit den Rechen etwas gelichtet und um die Sträucher herum fachmännisch gemäht, und somit den kleinen Sträuchern Luft und Raum zum Wachsen gegeben. Die Vorstellung, dass dort eine vielfältige Hecke entsteht, und somit den dort lebenden Tieren Unterschlupf und Nahrung bieten wird, ist wunderbar. Das Heu wurde zum vorbereiteten Kompostplatz abtransportiert und gleich war das Arbeitsfeld wieder aufgeräumt und die Oase den Pflanzen und Tieren wieder freigegeben. 

Mir hat der Austausch untereinander sehr gutgetan, und ich habe wieder Neues und Interessantes aus der Natur mitgenommen.

Vielen herzlichen Dank für die Koordination der tollen Aktion für die Natur und somit für uns alle!"

Fotos: Gabi Sagstetter

 

Ankündigung für 28. März 2026

Exkursion in den Rainer Wald

Rainer Wald Foto: LBV
Rainer Wald Foto: LBV

Mit ca. 240 ha ist der Rainer Wald das größte LBV-Grundstück. Er zeichnet sich aus durch manch seltene Waldgesellschaft, großen Strukturreichtum und artenreiche Totholzbereiche. Veränderungen durch den Menschen werden hier sukzessive zurückgenommen, damit für die zahlreichen Tierarten langfristig Rückzugs- und neue Entwicklungsmöglichkeiten gesichert werden. Welche Maßnahmen hierzu umgesetzt wurden und werden, wird im Rahmen der Wanderung erläutert.

Im Rainer Wald sind sechs verschiedene Specht-Arten zuhause – ein Zeichen für die hohe ökologische Qualität des Waldes. Meist bemerkt sie das Ohr eher als das Auge, denn ihr rhythmisches Trommeln kündigt sie schon von weitem an.

Vom imposanten Schwarzspecht, der mit seinem kräftigen Schnabel ganze Höhlen in dicke Bäume meißelt, bis zum winzigen Kleinspecht, der sich eher unauffällig in lichten Auwäldern bewegt – jede Art hat ihre eigene Nische. Auch der farbenfrohe Buntspecht, der seltene Mittelspecht, der grünlich schimmernde Grünspecht und der eher scheue Grauspecht sind hier zu finden.

Spechte sind wahre Baumeister, und ihre Höhlen bieten später auch anderen Tieren wie Fledermäusen oder Eulen ein Zuhause. Wo Höhlenbäume erhalten werden, entstehen wertvolle Lebensräume, die einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. So konnten von der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth im Rainer Wald 18 bis 20 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen werden.

 

13. März 2026

Vortrag: Vogel des Jahres 2026 - Das Rebhuhn

Rebhuhn-Paar, Foto: Dr. Christoph Moning
Rebhuhn-Paar, Foto: Dr. Christoph Moning

Das Rebhuhn löst als Vogel des Jahres 2026  den Hausrotschwanz ab. Es rückt damit eine Art ins Rampenlicht, die auf unseren Feldern fast verschwunden ist. 

Nicht aber aus dem Gedächtnis von Vogel- und Naturliebhabern: mit satten 44% wurde das Rebhuhn aus den 5 vorgeschlagenen Vogelarten zum Sieger bei der diesjährigen, von LBV und NABU gemeinsam durchgeführten Wahl zum Vogel des Jahres gekürt. 

 

 

Das Rebhuhn ist ein Charaktervogel der Feldflur, zu Hause auf Wiesen, Feldern und Brachen. Doch wo einst Vielfalt blühte, dominieren heute monotone Agrarflächen, und sein Lebensraum schrumpft mit jedem Jahr. Heute gibt es in Bayern geschätzt nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare. Die Gründe: Felder werden ausgeweitet, Feldraine und Büsche verschwinden, dazu kommt ein hoher Pestizideinsatz. „In der ausgeräumten Agrar-Landschaft findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung“, so Dr. Angelika Nelson, Biologin beim LBV. Sein Wahl-Slogan war daher „Für Felder voller Vielfalt“.

Das Rebhuhn gehört zu den Hühnervögeln. Auf dem Rücken ist es vorwiegend braungrau marmoriert, seine Brust ist grau und das Gesicht orangebraun gefärbt. Dem „repreprep“, dem Revierruf, den die männlichen Rebhühner in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden hören lassen, hat es letztlich seinen Namen zu verdanken. Die scheuen Vögel brüten in dichtem Gebüsch und Hecken. Darum sind sie oft schwer zu entdecken. Die beste Chance auf eine Beobachtung hat man an Feldrändern, wo die Vegetation niedriger ist und die Hühnervögel im Familienverbund nach Samen und Insekten suchen – mit etwas Geduld erlebt man dort diesen faszinierenden, leider selten gewordenen Vogel. In Bayern hat(te) das Rebhuhn seine Verbreitungsschwerpunkte in Franken und der Oberpfalz, der Donauregion und Niederbayern.

Für den Schutz des Rebhuhns engagiert sich der LBV auf mehreren Ebenen. Er ist Projektpartner im bundesweiten Vorhaben „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, sorgt mit mehrjährigen Blüh- und Brachflächen für neuen Lebensraum und führt unter Einbindung zahlreicher Akteurinnen und Akteure Monitoringprogramme vor Ort durch. In mehreren Landkreisen setzten sich in den vergangenen Jahren außerdem immer wieder LBV-Gruppen für den gefährdeten Feldvogel ein, etwa durch Rebhuhnerfassungen, Beratungen zur Flächenbewirtschaftung und die Aufwertung von Feldrändern.

Alles wichtige zum Rebhuhn erfahren die Besucher beim Monatstreffen am 13. März 2026 von Referentin und Biologin Ruth Waas von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle für Niederbayern.

 

Februar 2026

Gesucht: Unterstützer für den Kiebitz-Schutz

Im Rahmen eines mehrjährigen bayernweiten Projekts engagiert sich die Kreisgruppe für den Erhalt der gefährdeten Kiebitz-Population im Landkreis.

 Deggendorf gehört neben Dingolfing-Landau zu den Gebieten, in denen noch relativ viele Kiebitze, zumeist auf Ackerflächen, brüten. Doch die Population schrumpft, nicht nur in Deggendorf, sondern bundesweit.  

Für einen bestmöglichen Schutz der Kiebitze ist es erforderlich, die genauen Nistplätze zu finden und - in Zusammenarbeit mit den Landwirten - die Nester zu markieren. Eine Markierung ist notwendig, da das Gelege des Bodenbrüters sich kaum vom Untergrund abhebt und damit leicht zu übersehen ist.

Das Vorgehen ist folgendes: bereits im März, nach Rückkehr der Kiebitze aus dem Winterquartier, werden Äcker und Wiesen mit dem Fernglas nach Kiebitzen abgesucht. Durch wiederholte Beobachtung kann festgestellt werden, wo genau Kiebitze brüten. Wenn ein Nest gefunden ist, wird es in Absprache mit dem Bewirtschafter mit zwei Stecken markiert, damit es nicht versehentlich bei der Feldbearbeitung überfahren wird.

 

Kiebitz-Gelege; Marcus Bosch                                                                    ausgestecktes Nest; Marie-Th. Krieger

 Für die kommende Saison 2026 sucht der LBV noch ehrenamtliche Helfer, die in der Zeit von März bis Juli beim Schutz der Gelege unterstützen möchten.

„Besondere Vorkenntnisse sind nicht notwendig“ sagt Jan Skorupa, der das Projekt beim LBV betreut. „Alles was man zur Gelegesuche braucht, wird den Helfern von erfahrenen Mitarbeitern im Zuge einer laufenden Betreuung beigebracht.“ Voraussetzungen sind lediglich Freude an der Arbeit im Freien sowie Zeit: wöchentlich ein paar Stunden während der Kiebitzsaison. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, allerdings gibt es für Fahrten und Arbeitszeit Aufwandsentschädigungen.

Vor Saisonstart wird es eine Zusammenkunft der Helfer geben, um Informationen zu teilen und Details abzusprechen. Wer sich für den Schutz dieser bedrohten Vogelart engagieren möchte und/oder Vorab-Infos  wünscht, schickt bitte eine Mail an:
[email protected]

brütendes Weibchen; Andreas Hartl                                                    Kiebitz-Küken; Robert Dörr

4. Feb. 2026 - Vortrag Ostafrika

Einladung zum Vortrag "30 Kilo und ein Buschtaxi"


Am Mittwoch, 4. Feb. im Hier&Jetzt, Pfleggasse 15, 94469 Deggendorf

Die Reise beginnt in den Salzpfannen der Kalahari und folgt dem Westufer des Malawisees nach Norden. In Tanzania folgen wir dem Flusslauf des Ruaha bis wir die Küste des Indischen Ozeans erreichen. Der Küste entlang geht es weiter bis zur Kenianischen Grenze. Unmittelbar davor erleben wir die Usambaraberge bevor wir in die Wildnis von Tarangire eintauchen. Der Versuch zum Natronsee zu gelangen scheitert. Der Reiseweg führt an den Ngorongoro Krater und von dort weiter quer durch die Serengeti bis an den Mara Fluss, den die großen Herden jährlich überqueren müssen.

 


n Kenia treffen wir die Flamingos am Bogoriasee, bevor wir nördlich des Mount Elgon nach Uganda einreisen. Wir passieren die Wasserfälle von Sipi und erreichen schließlich den Grenzfluss zur Demokratischen Republik Kongo bei Ishasha. Etwas weiter südlich wandern wir in den Wald von Bwindi zu den Berggorillas. Wir durchqueren Ruanda und fahren per Boot über den Tanganjikasee zu den Schimpansen von Gombe.

 

In Sambia erreichen wir im zweiten Anlauf die Bangweulu Wetlands, wo wir den seltenen Schuhschnabel suchen.

 

Am Luangwa Fluss entstanden Eindrücke, bei denen ein Stück unserer Seelen in Afrika geblieben ist. Ob wir Afrika wegen seiner Flüsse oder wegen der Wüsten nicht mehr loslassen können, wissen wir bis heute nicht. Es wird eine Liebeserklärung an die Flüsse und die Wüste.

 

Damit von all dem, was uns in Afrika gegeben wurde, auch etwas zurückgegeben wird, stiften wir die Spenden dieses Abends dem LBV, Kreisgruppe Deggendorf sowie dem neuen Kulturzentrum Deggendorfs, dem Hier und Jetzt.