Die Deggendorfer Wanderfalken

Saison 2026: Ein Blick in den Nistkasten

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Mit der freundlichen Erlaubnis von Stadtpfarrer Martin Neidl, und dank der großzügigen finanziellen Unterstützung und Koordination durch die Firma Markmiller und ihren Prokuristen Johann Tändler konnte im Herbst 2023 ein neuer Nistkasten im Turm der Deggendorfer Grabkirche installiert werden.

 

Die Beschaffung und Installation der hochauflösenden WebCam im Februar 2026, die zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Blick in den Kasten erlaubt, verdanken wir dem großartigen Engagement der Firma DegNet.

 

Wir sagen ihnen und allen anderen, die zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!

 

Von den Anfängen

Bereits seit dem Jahr 2012 beherbergt Deggendorf ein Wanderfalkenpaar. 

Damals war es unserem Mitglied Dr. Hans-Jürgen Thorns aufgefallen, dass sich ein Wanderfalken-Weibchen ständig am Turm der Pfarrkirche, heute Münster Mariä Himmelfahrt aufhielt. Schnell war in der Kreisgruppe die Idee geboren, für ein Brut-Quartier dieses seltenen und geschützten Vogels zu sorgen. 

Stadtpfarrer Monsignore Ludwig J. Rösler hatte gerne zugestimmt, dass der LBV im Kirchturm einen Nistkasten für Wanderfalken einbaut.  Dafür hat Günter Schreib, der damalige Vorsitzende der LBV- Kreisgruppe Deggendorf der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt die Urkunde „Lebensraum Kirchturm“ für besondere Leistungen im Natur- und Artenschutz verliehen.

 

Bis der Brutkasten unter dem Dach war, haben die LBV-Mitglieder Burkhard Werthmann, Arnold Keszeg und Günter Schreib hart gearbeitet. Weil es im Turm sehr eng ist, mussten sie den Brutkasten in Einzelteilen 184 Treppenstufen, drei mal 25 Sprossen von steilen Leitern und noch einmal zwanzig Sprossen hochtragen, und das alles dann durch eine schmale Luke fädeln. Hoch oben, am letzten Fenster unter der kleinen Zwiebel haben sie den Kasten schließlich zusammengebaut und mit einem Lande- und Abfluggitter versehen.

 

 

Es hat sich gelohnt. „Ich finde das Engagement der Pfarrgemeinde vorbildlich“, freute sich Schreib. „Da profitieren alle: Der Wanderfalke findet einen Brutplatz, die Pfarrgemeinde und die Stadt Deggendorf haben weniger Ärger mit den Tauben und alle Naturfreunde können sich an den akrobatischen Flugkünsten der Vögel erfreuen.“
Ein Partner für das wartende Weibchen hatte sich übrigens schnell eingefunden….

 

Ein Umzug mit Bangen

 12 Jahre hatten die eindrucksvollen Vögel ein sicheres Quartier in der Kirchturmspitze, und viele Nachkommen haben sie dort groß gezogen. 

 

Dann fiel die Entscheidung, den Turm von Mariä Himmelfahrt zu sanieren, eine dringend notwendige Maßnahme, die schon seit einigen Jahren im Raum stand. Die Bauarbeiten würden unweigerlich den Verlust des Brutplatzes bedeuten, weshalb die Kreisgruppe auf ein Ausweichquartier sann.

 

Mit der freundlichen Erlaubnis des heutigen Stadtpfarrers Martin Neidl, und dank der großzügigen finanziellen Unterstützung und Koordination durch die Fa. Markmiller und ihren Prokurist Johann Tändler konnte im Herbst 2023 ein neuer Nistkasten im Turm der Deggendorfer Grabkirche installiert werden. In fast identischer Besetzung wie 12 Jahre zuvor, und bei ähnlich beengten Örtlichkeiten waren die Männer am Werk.

Aber würde das Wanderfalkenpaar den neuen Nistplatz denn annehmen?

 

Der Erfolg ließ auch diesmal nicht lang auf sich warten: in der Saison 2025, als die Renovierungsarbeiten am alten Standort begonnen hatten und der gewohnte Brutplatz nicht mehr zur Verfügung stand, fand sich das Paar zur Brut im Turm der Grabkirche ein. Sehr oft konnte man das Ein- und Ausfliegen der Altvögel am Turm beobachten, leider aber gelang die Brutaufzucht nicht. Der Grund ist nicht bekannt – eine Theorie lautet, dass ein Fremdvogel das Nest geplündert haben könnte; die dort später gefundenen Ei- und Schalenreste lassen diese Vermutung zu.

 

2026 sorgt für neue Einblicke

 
Für die Saison 2026 muss sich die Kreisgruppe jedenfalls nicht mehr mit Mutmaßungen begnügen. Dank des großzügigen Engagements der Firma DegNet ist der Nistplatz nun mit einer hochauflösenden WebCam ausgestattet. Ihr Einbau und die Live-Übertragung der Bilder gestattet zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Blick in den Kasten, der schon jetzt wieder eifrig bewacht bzw. genutzt wird: das Wanderfalken-Männchen harrt zum Teil stundenlang auf dem Gitter aus, während das Weibchen sich zur Nahrungsaufnahme wie auch zum Schlafen meist im Inneren aufhält. Alles wartet nun auf eine baldige Eiablage!