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Der Wald im Sauloch bei Grafling

Erste begeisterte Besichtigung Foto: Summer
Erste begeisterte Besichtigung Foto: Summer

Es ist eine lange Geschichte, die im Oktober 2012 ihr gutes Ende fand. Im Graflinger Tal werden neun Hektar artenreicher Buchen-Tannen-Fichtenwald als LBV-Naturwaldparzelle zu einem wichtigen Trittstein in Bayerns Biodiversitätskonzept.

Bis es so weit war, hat der LBV viele Diskussionen geführt, Anträge gestellt, Sponsoren gefunden und nachgewiesen, dass dieses Waldstück es wert ist, im Besitz eines Naturschutzverbands zur Naturwaldparzelle zu werden.

Der Nutzungsdruck auf die Wälder nimmt zu, weil Holz als Baustoff und Energielieferant immer mehr geschätzt wird, die Holzpreise steigen. Der Wert ungenutzter Wälder erschließt sich nicht auf den ersten Blick, da ist es Aufgabe der öffentlichen Hand und der Naturschutzverbände, Wälder zu sichern, in denen die Bäume vom Keimling bis zum liegenden Todholz im standorttypischen Bestand ungestört leben und damit einem Kosmos von Lebewesen Obdach bieten können.

 

Hier erfahren Sie mehr über den Wert ungenutzter Wälder

Paradies bei Gilsenöd

Großer Brachvogel (Foto: Werner Oertel)
Großer Brachvogel (Foto: Werner Oertel)

Dr. Josef Dachs, ein Botanik-Experte aus unserer Kreisgruppe, berichtete 1998 vom schleichenden Tod eines ganz besonderen Kleinods im Landkreis:

Das Niedermoorgebiet bei Gilsenöd, im Übergangsbereich von der Isar- zur Donauaue, umfasst Streuwiesen, Fettwiesen, Weidengebüsch und aufgelassene Torfstiche entlang des Kurzlüßgrabens zwischen Moos und Thundorf. Diese Flächen sind für den Landkreis Deggendorf und auch für Niederbayern von überragender Bedeutung, da hier ein breites Spektrum regional und überregional bedeutsamer Pflanzenarten erhalten geblieben ist. Ursache für das Überdauern dieses Niedermoorkomplexes sind konstant hohe Grundwasserstände, deren Absinken in benachbarten, früher ebenfalls sehr artenreichen Niedermoores um Obermoos zu einem katastrophalen Artenschwund geführt hat.

Folgende bemerkenswerten Pflanzenarten, fast alle stehen auf der Roten Liste, konnten bei Gilsenöd bislang beobachtet werden:

Kantenlauch, Duftlauch, Davallsegge, Filzsegge, Saumsegge, Knollige Kratzdistel, Schneide, Fleischfarbenes Knabenkraut incl. zweier seltener Varietäten (einzige bekannte Population in Ndb.), Prachtnelke, Einspelziges Sumpfried, Weiße Sumpfwurz, Breitblättriges Wollgras, Lungen Enzian, Rauhes Mariengras und weitere sechzehn Arten wären noch zu nennen. Das Vorkommen des Fettkrauts ist schon vor vielen jahren erloschen.

Die Vogelwelt ist unter anderem mit Bekassine, Großem Brachvogel, Kiebitz und Rohreihe vertreten.

Kaum untersucht ist die Insektenflora dieses Gebiets, zumindest wurden hier schon  die Raupen des Schwalbenschwanzes auf einer seiner Futterpflanzen, dem Sumpf-Haarstrang gesehen.

Die meisten Streuwiesen sind in den letzten Jahren erheblich verfilzt und verbuscht, da die klassische Nutzung fast vollständig aufgegeben worden ist. Stellenweise versuchen Landwirte immer wieder, die Nasswiesen in Ackerland umzuwandeln, wegen der anhaltend hohen Grundwasserstände aber bislang nur mit geringem Erfolg.

 

Die LBV Kreisgruppe bemüht sich seit einiger Zeit darum, dass das Gebiet erhalten werden kann. Mit dem Erwerb von Grundstücken in den Jahren 2000, 2002, 2005 und 2009, ein weiterer Ankauf steht bevor, und einem Pflege- und Entwicklungkonzept hoffen wir die geschrumpften Minipopulationen einzelner Pflanzenarten wieder zu vergrößern. Ein großartiges Naturerbe des Landkreises Deggendorf kann hoffentlich dadurch in seinem Bestand gesichert werden.

Naturdenkmal Gundelau

Naturräumliche Lage

Das Gebiet liegt im Landkreis Deggendorf, Gemeinde Niederalteich. Es gehört in der naturräumlichen Großregion Unterbayerisches Hügelland (Tärtiäres Hügelland) zur naturräumlichen Haupteinheit Dungau und ist Teil der Niederalteich-Osterhofener Donauniederung.

Geologie

Das Unterbayerische Hügelland hat hauptsächlich den Weißen Jura als Basis, der im Nordwesten als Fränkische Alb die Erdoberfläche durchbricht. Darauf ruhen die Sedimente des Tertiärs, die größtenteils aus wechselnden Schichten von Geröllschüttungen, Mergeln, Tonmergeln und Sanden bestehen und überwiegend als Erosionsprodukte der Alpen von Flüssen in das süddeutsche Molassebecken geschwemmt wurde. Im Wechsel von Eis- und Warmzeiten, mit Schotterfüllung und anschließender Eintiefung entstanden Tälertreppen. Die Hochterrasse bildet in der Regel eine Terrassenkante von ca. 10 m über den jungeiszeitlichen Schottern. Darüber lagert das Löß als eiszeitliche Staubanwehung. In dieser postglazialen Talaue liegt das Naturdenkmal Gundelau. Der Boden besteht überwiegend aus tiefgründigen lehmig-tonigen Sandböden mit schwach saurem pH-Wert. Die Gundelau ist durch einen hohen Grundwasserstand geprägt. Im Gebiet selbst gibt es keine dauerhaften Stillgewässer, die vorhandenen Gräben führen nur zeitweise Wasser. In der näheren Umgebung befinden sich ein Altwasser, dauerhaft wasserführende Gräben, der Mühlbach und die Donau.

 

Turmfalke (Foto: J.Baumgartner)
Turmfalke (Foto: J.Baumgartner)

Flora

Insgesamt wurden über 300 verschiedene Farn- und Samenpflanzen gefunden. Im Gebiet gibt es zahlreiche gefährdete Pflanzenarten.

Avifauna

Berücksichtigt man die Daten der zurückliegenden Jahre, so wurden im Gebiet seit 1980 neunundneunzig Vogelarten nachgewiesen. 61 davon sind bzw. waren, in diesem Zeitraum, zumindest temporär als Brutvögel der Gundelau anzusehen. Bemerkenswert ist die Zahl von vierzehn Rote-Liste-Arten, die bisher als Gäste in der Gundelau angetroffen wurden sowie die Beobachtung eines Rotfußfalken zur Zugzeit.

Für das Naturdenkmal Gundelau und Umgebung gibt es einen Pflege- und Entwicklungsplan nach dem die jährlichen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.

 

Ziel des Ankaufs durch den LBV im Jahr 1980 war, einen Trittstein zu schaffen, der es Pflanzen und Tieren ermöglicht, auch in der sonst intensiv genutzten und voll erschlossenen Zivilisationslandschaft zu überleben, so wie sie vor Jahrzehnten in einer teils extensiv genutzten Landschaft noch existieren konnten.

Frühling an der Donau (Foto:Baumgartner)
Frühling an der Donau (Foto:Baumgartner)
Beutelmeise (Foto: Baumgartner)
Beutelmeise (Foto: Baumgartner)