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Die Wiesenweihe kehrt zurück

Artenhilfsprogramm für die Wiesenweihe erfolgreich

Wiesenweihen sind eine äußerst seltene Greifvogelart. Sie sind vom Aussterben bedroht und deshalb europaweit geschützt. Ursprünglich brüteten sie in Feuchtwiesen und Heideflächen. Diese Brutgebiete gingen verloren, sie wurden trockengelegt und in Äcker umgewandelt. Erst in den neunziger Jahren entdeckten Ornithologen im Raum Würzburg im Rahmen der Kartierung für den Brutvogelatlas zwei Brutpaare der bereits für ausgestorben gehaltenen Vogelart in Wintergerstefeldern. Die Weihen haben den Sprung von den Feuchtwiesen in die Agrarlandschaft geschafft.

Bild: P. Adlam
Bild: P. Adlam

Mit Hilfe der Bauern

Beim Artenhilfsprogramm des Landesamtes für Umweltschutz, das der LBV koordiniert, greifen die Arbeit der Behörden, ehrenamtlicher Naturfreunde und die Kooperation der Landwirte auf einzigartige und fruchtbare Art und Weise ineinander. 

Weil die Wintergerste geerntet wird wenn die Jungen noch nicht ausgeflogen sind, müssen die Nester gesucht und die Landwirte informiert werden. Das erfordert viel Geduld. Für die LBV-Kreisgruppe Deggendorf machten sich sechs Helfer im Gebiet rund um Stephansposching von Ende April bis Anfang Juli auf die Suche. Das erste Paar, das sie entdeckten, balzte über Grünroggen, der noch während der Balzzeit für eine Biogasanlage geerntet wurde und somit als Brutplatz ausfiel. Wenig später fanden die Helfer das Paar in einem Gerstenfeld, doch bevor das Weibchen mit der Eiablage begonnen hatte, verschwand das Männchen. Ein anderes Brutpaar fanden landwirtschaftliche Helfer in einem Saatzuchtfeld und markierten das Nest. Insgesamt wurden drei Nester entdeckt, jeweils an der Landkreisgrenze von Straubing-Bogen, Deggendorf und Dingolfing-Landau. Der Kreisgruppenvorsitzende Günter Schreib stellte den Kontakt zwischen dem Landwirt und der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Deggendorf her. In Absprache mit den Landwirten wurde ein Bereich von 50 auf 50 Meter um die Nester abgesteckt. Diese Schutzzone bleibt stehen, bis die Greifvögel flügge sind. In diesem Jahr ist die Entschädigung für die Landwirte aus Naturschutzmitteln erstmals bayernweit einheitlich geregelt.

Von den drei bekannten Nestern kann man sicher sagen, daß sieben Jungvögel ausgeflogen sind - auch dank der Mitarbeit der Landwirte. Mitte August machen sich die Wiesenweihen auf den langen Weg in ihr Winterquartier in Afrika.